◄zurück zur vorigen Seite K u r z b i o g r a p h i e ◄zurück zur Hauptseite
Als
erster Sohn wurde Otto Hugo Cäsar Flaischlen am 12. Mai 1864 in Stuttgart
geboren. Sein Vater war ein schwäbischer Hauptmann, er stammte aus einer
Pfarrers Familie in Ulm. Die Mutter war die Tochter
Im jungen Alter beginnt er durch einen glücklichen Umstand, die Ausbildung bei
der Metzler'schen Verlagsbuchhandlung. Ein Freund wollte Buchhändler werden,
stattdessen bekam Cäsar diese Lehrstelle. Nach der Lehrzeit macht er
verschiedene Reisen durch Deutschland. Unter anderem nach Helgoland und Hamburg,
hier wird er leider von Bauernfängern geneppt und sein ganzes Geld kommt
abhanden. Sein Vater schickt im Geld nach und kann zurückkommen.
Kurz darauf entscheidet er sich nach Belgien zu gehen. In der Buchhandlung „Muquardt,
Librairie de la cour“ in Brüssel findet er eine Anstellung. Brüssel war auch zu
damaligen Zeit eine Metropole. Er lernt doch die Weltstädtischen Vor- und
Nachteile kennen. Teilweise bewundert, anderseits abgestoßen von der
Liederlichkeit kündigt er die Stellung und geht in die Schweiz.
In Bern beginnt er wieder eine Stellung als Buchhändler. Nebenbei geht er aus
Wissensdurst als Gaststudent in die Lesung der hiesigen Universität in Bern.
Nach kurzer Zeit fragt Ihn ein Professor, ob es nicht für ihn besser wäre sich
als ordentlicher Student zu immatrikulieren. So wird er 1886 Studiosus für
Nationalökonomie und Germanistik. Zu diesem Zeitpunkt hat er bereits zwei
Lyrikbändchen herausgeben. Einmal das 1884 erschienen „Nachtschatten“ und einmal
„Graf Lothar“ eine Dramatische Dichtung. Unter dem Pseudonym „C. F. Stuart“ sind
die Bücher herausgekommen, was für Cäsar Flaischlen STUttgART
steht.
Seine Studienzeit bringt Ihn nach Berlin, Heidelberg, Stuttgart und Leipzig. In
Leipzig hat er unter dem Professor Zarnke einen sehr strengen und guten Lehrer.
Prof. Zarnke war für damalige Zeit der berühmte und beste Lehrer im Fach
Germanistik. Hier hat er sein umfassendes literarisches Handwerkzeug gelernt.
Jedoch war für Ihn auch die Zeit in Heidelberg schön und produktiv. Hier hat er
viele Studentenlieder geschrieben, sie sind unter dem Namen „Pekeolieder“
gesondert erschienen.
Im Jahre 1889 war es soweit, er promoviert in Zürich über „Otto Erich von
Gemmingen“ und dem „Deutschen Hausvater und eine Studien über Denis Diderot Le
pere de Familé“. Aus dieser Doktorarbeit nebenbei konnte er durch seine Studien
ein weiteres Werk herausgeben. Die graphischen Tafeln zur deutschen Literatur.
Einige Jahre später entscheidet er sich für die Reichshauptstadt Berlin, so
siedelte er 1894 über. In der Kurfürstenstraße 44 bewohnt er in der höchsten
Etage eine kleine Wohnung, die über allen Dächern wie eine Trutzige Burg
beschrieben wird. Da es eine Eckwohnung ist und einem kleinem Arbeitszimmer ein
Turm besitzt. Er hält sich mit Schreibereien und Rezensionen über Wasser.
Mit dem Titel „Neuland“ brachte er ein Buch heraus was für den Verein für
Bücherfreunde gedacht war. Es ist ein Buch welches die Literaturströmung in
Deutschland vereinte. Da durch wurde er auch in Fachkreisen publik. Eigentlich
strebte er eine Stelle als Bibliothekar in Berlin zu bekommen, er regte schon
damals eine Nationalbibliographie an. Ein Verzeichnis aller Deutschen Bücher,
die gesammelt werden und katalogisiert werden. Ihm wurde diese Stelle nicht
zugebilligt.
Durch die „Neue Klause“ eine Art von Schriftstellerclub lernt er die Boheme der
Großstadt kennen. Durch die Gebrüder Hart, Liliencron, Arno Holz und sein
späterer Freund Hartleben hat er Eingang in die Literaturszene. So konnte er
durch interne Schwierigkeiten der Kunstzeitschrift PAN als leitender Redakteur
besetzt werden. In dieser Genossenschaft war es ein weiterer Meilenstein den er
legen konnte für seine Berühmtheit, auch für die Zeitschrift, die bis heute noch
eine der besten und ... gilt. Größen wie sie heute noch bekannt sind haben ein
Stelldichein hier gefunden, Namen wie: Theodor Fontane, Toulouse-Lautrec,
Auguste Renoir, Max Liebermann und viele andere. 1896 kann er auf Grund der
guten Bezahlung sich Urlaub auf Rügen leisten. Die Erholung fand sich lyrischen
Niederschlag und kurz darauf gibt er das Büchlein „Von Alltag und Sonne“ heraus.
1900 die Genossenschaft kann durch Zahlungsschwierigkeiten der Gläubiger und der
leitender Herausgeben den Betrieb nicht aufrechterhalten und wird eingestellt.
Bierbaum und andere Schriftstelle beginnen ein neues Projekt. Die Insel wird
geboren, und unter Insel-Bücherei herausgeben. Cäsar Flaischlen wird die Stelle
als Redakteur von Cassirers Verlag herausgeben Zeitschrift Kunst und Künstler
gewonnen werden. Jedoch verlässt kurz darauf Cäsar die Zeitschrift und arbeitet
stattdessen lieber an seinem Buch Jost Seyfried welches er dann auch 1905
veröffentlicht.
1903 ist eigentlich ein normales Jahr. Ein Pfarrer aus dem Schwäbischen möchte
gerne von Ihm ein kleines Gedicht das Mut und Hoffnung macht. Er sendet dann
folgende Zeilen:
Hab Sonne im Herzen, ob’s stürmt oder schneit, der Himmel voll Wolken die Erde
voll Streit...(das vollständiges Gedicht befinden sich beim Anklicken der
Landesflaggen)
Diese Zeilen machen Ihn unsterblich. In jedem Poesiealbum und gesticktem Rahmen
über dem Herd steht es. Auch im Laufe der Zeit der Name Flaischlen verblasst. Im
Neujahr 1910 wird die Verlobungsanzeige mit Edith Constanze Klapp
inseriert. Ihre Mutter hieß Und Frau Bertha de Warrenne, geborene Henderson aus
Trier an der Mosel. Nach der Vermählung zieht das Paar in eine neue Wohnung ein
paar Meter weiter in eine vier Zimmer Wohnung in der Kurfürstenstraße 51. Er
wird bis zu seinem Lebensende in seinem Domizil bleiben. In Zwischenzeit ist er
auf Vorträgen unterwegs, er spricht über Schiller und Goethe oder seine Gedichte
vor.
Bald darauf beginnt der erste Weltkrieg. Sein Bruder muss nun als Offizier an
die Front. Flaischlen selbst kann auf Grund von Körperlichen Anspruch nicht als
Soldat für den Krieg ziehen. Daher macht er Dienst vor Ort für Nation und
Vaterland. Von den Nachrichten seines Bruders und durch Tot von vielen
Schriftstellerfreunden scheint sein Weltbild redigieren zu müssen und verliert
den frohen Lebensmut. Seit einiger Zeit hat er ein neues Projekt. „Das Buch der
deutschen Dichtung“ ist geplant. Ein Buch das wie eine Bibel in jedem Haushalt
stehen sollte. In ihm sollen die großen und wichtigsten Dichter Deutschlands
stehen. Zwei Bände können veröffentlich werden. Den Sommer 1920 hindurch ist er
mit Übermüdung und Unlust geplagt und kränkt. Im September stellen sich
dann noch starke Kopfschmerzen ein. Der Magen versagt völlig. Der Arzt ist
verreist und vor Ort kann niemand helfen. Sein Bruder aus Ulm und seine Ehefrau
eilen herbei. Sie fahren Cäsar mit dem Automobil in das Sanatorium Schloss
Hornegg in Gundelsheim. Nach gründlicher Untersuchung findet man einen Abszess
in der Lunge. Leider war die Größe zu weit fortgeschritten als das man es
chirurgisch beheben könnte. So verstarb er schon nach sehr kurzer Krankheit am
16. Oktober 1920 im Schloss Horneck.
Text:Boris Eggers, 2003 ©
des Leipziger Medizinalrats
Sonnenkalb. Durch einen befreundeten Oberst, der in der Völkerschlacht zu
Leipzig kämpfte, lernten die beiden sich kennen. Cäsar wächst zuerst in
Ellwangen auf. Ab der vierten Klasse kommt Cäsar bei der Tante Alwine in
Stuttgart unter. Hier besucht er das Karlsgymnasium. Ab 1879 kehrt dann auch die
Familie nach Stuttgart zurück. Der Vater nimmt den Abschied aus dem
Militärdienst, er langsam erblindet.