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Als erster Sohn wurde Otto Hugo Cäsar Flaischlen am 12. Mai 1864 in Stuttgart geboren. Sein Vater war ein schwäbischer Hauptmann, er stammte aus einer Pfarrers Familie in Ulm. Die Mutter war die Tochter des Leipziger Medizinalrats Sonnenkalb. Durch einen befreundeten Oberst, der in der Völkerschlacht zu Leipzig kämpfte, lernten die beiden sich kennen. Cäsar wächst zuerst in Ellwangen auf. Ab der vierten Klasse kommt Cäsar bei der Tante Alwine in Stuttgart unter. Hier besucht er das Karlsgymnasium. Ab 1879 kehrt dann auch die Familie nach Stuttgart zurück. Der Vater nimmt den Abschied aus dem Militärdienst, er langsam erblindet.

Im jungen Alter beginnt er durch einen glücklichen Umstand, die Ausbildung bei der Metzler'schen Verlagsbuchhandlung. Ein Freund wollte Buchhändler werden, stattdessen bekam Cäsar diese Lehrstelle. Nach der Lehrzeit macht er verschiedene Reisen durch Deutschland. Unter anderem nach Helgoland und Hamburg, hier wird er leider von Bauernfängern geneppt und sein ganzes Geld kommt abhanden. Sein Vater schickt im Geld nach und kann zurückkommen.

Kurz darauf entscheidet er sich nach Belgien zu gehen. In der Buchhandlung „Muquardt, Librairie de la cour“ in Brüssel findet er eine Anstellung. Brüssel war auch zu damaligen Zeit eine Metropole. Er lernt doch die Weltstädtischen Vor- und Nachteile kennen. Teilweise bewundert, anderseits abgestoßen von der Liederlichkeit kündigt er die Stellung und geht in die Schweiz.

In Bern beginnt er wieder eine Stellung als Buchhändler. Nebenbei geht er aus Wissensdurst als Gaststudent in die Lesung der hiesigen Universität in Bern. Nach kurzer Zeit fragt Ihn ein Professor, ob es nicht für ihn besser wäre sich als ordentlicher Student zu immatrikulieren. So wird er 1886 Studiosus für Nationalökonomie und Germanistik. Zu diesem Zeitpunkt hat er bereits zwei Lyrikbändchen herausgeben. Einmal das 1884 erschienen „Nachtschatten“ und einmal „Graf Lothar“ eine Dramatische Dichtung. Unter dem Pseudonym „C. F. Stuart“ sind die Bücher herausgekommen, was für Cäsar Flaischlen STUttgART steht.

Seine Studienzeit bringt Ihn nach Berlin, Heidelberg, Stuttgart und Leipzig. In Leipzig hat er unter dem Professor Zarnke einen sehr strengen und guten Lehrer. Prof. Zarnke war für damalige Zeit der berühmte und beste Lehrer im Fach Germanistik. Hier hat er sein umfassendes literarisches Handwerkzeug gelernt. Jedoch war für Ihn auch die Zeit in Heidelberg schön und produktiv. Hier hat er viele Studentenlieder geschrieben, sie sind unter dem Namen „Pekeolieder“ gesondert erschienen.

Im Jahre 1889 war es soweit, er promoviert in Zürich über „Otto Erich von Gemmingen“ und dem „Deutschen Hausvater und eine Studien über Denis Diderot Le pere de Familé“. Aus dieser Doktorarbeit nebenbei konnte er durch seine Studien ein weiteres Werk herausgeben. Die graphischen Tafeln zur deutschen Literatur.

 Einige Jahre später entscheidet er sich für die Reichshauptstadt Berlin, so siedelte er 1894 über. In der Kurfürstenstraße 44 bewohnt er in der höchsten Etage eine kleine Wohnung, die über allen Dächern wie eine Trutzige Burg beschrieben wird. Da es eine Eckwohnung ist und einem kleinem Arbeitszimmer ein Turm besitzt. Er hält sich mit Schreibereien und Rezensionen über Wasser.

Mit dem Titel „Neuland“ brachte er ein Buch heraus was für den Verein für Bücherfreunde gedacht war. Es ist ein Buch welches die Literaturströmung in Deutschland vereinte. Da durch wurde er auch in Fachkreisen publik. Eigentlich strebte er eine Stelle als Bibliothekar in Berlin zu bekommen, er regte schon damals eine Nationalbibliographie an. Ein Verzeichnis aller Deutschen Bücher, die gesammelt werden und katalogisiert werden. Ihm wurde diese Stelle nicht zugebilligt.

Durch die „Neue Klause“ eine Art von Schriftstellerclub lernt er die Boheme der Großstadt kennen. Durch die Gebrüder Hart, Liliencron, Arno Holz und sein späterer Freund Hartleben hat er Eingang in die Literaturszene. So konnte er durch interne Schwierigkeiten der Kunstzeitschrift PAN als leitender Redakteur besetzt werden. In dieser Genossenschaft war es ein weiterer Meilenstein den er legen konnte für seine Berühmtheit, auch für die Zeitschrift, die bis heute noch eine der besten und ... gilt. Größen wie sie heute noch bekannt sind haben ein Stelldichein hier gefunden, Namen wie: Theodor Fontane, Toulouse-Lautrec, Auguste Renoir, Max Liebermann und viele andere. 1896 kann er auf Grund der guten Bezahlung sich Urlaub auf Rügen leisten. Die Erholung fand sich lyrischen Niederschlag und kurz darauf gibt er das Büchlein „Von Alltag und Sonne“ heraus.

1900 die Genossenschaft kann durch Zahlungsschwierigkeiten der Gläubiger und der leitender Herausgeben den Betrieb nicht aufrechterhalten und wird eingestellt. Bierbaum und andere Schriftstelle beginnen ein neues Projekt. Die Insel wird geboren, und unter Insel-Bücherei herausgeben. Cäsar Flaischlen wird die Stelle als Redakteur von Cassirers Verlag herausgeben Zeitschrift Kunst und Künstler gewonnen werden. Jedoch verlässt kurz darauf Cäsar die Zeitschrift und arbeitet stattdessen lieber an seinem Buch Jost Seyfried welches er dann auch 1905 veröffentlicht.

1903 ist eigentlich ein normales Jahr. Ein Pfarrer aus dem Schwäbischen möchte gerne von Ihm ein kleines Gedicht das Mut und Hoffnung macht. Er sendet dann folgende Zeilen:

Hab Sonne im Herzen, ob’s stürmt oder schneit, der Himmel voll Wolken die Erde voll Streit...(das vollständiges Gedicht befinden sich beim Anklicken der Landesflaggen)

Diese Zeilen machen Ihn unsterblich. In jedem Poesiealbum und gesticktem Rahmen über dem Herd steht es. Auch im Laufe der Zeit der Name Flaischlen verblasst. Im Neujahr 1910 wird die Verlobungsanzeige mit Edith Constanze Klapp inseriert. Ihre Mutter hieß Und Frau Bertha de Warrenne, geborene Henderson aus Trier an der Mosel. Nach der Vermählung zieht das Paar in eine neue Wohnung ein paar Meter weiter in eine vier Zimmer Wohnung in der Kurfürstenstraße 51. Er wird bis zu seinem Lebensende in seinem Domizil bleiben. In Zwischenzeit ist er auf Vorträgen unterwegs, er spricht über Schiller und Goethe oder seine Gedichte vor.

Bald darauf beginnt der erste Weltkrieg. Sein Bruder muss nun als Offizier an die Front. Flaischlen selbst kann auf Grund von Körperlichen Anspruch nicht als Soldat für den Krieg ziehen. Daher macht er Dienst vor Ort für Nation und Vaterland. Von den Nachrichten seines Bruders und durch Tot von vielen Schriftstellerfreunden scheint sein Weltbild redigieren zu müssen und verliert den frohen Lebensmut. Seit einiger Zeit hat er ein neues Projekt. „Das Buch der deutschen Dichtung“ ist geplant. Ein Buch das wie eine Bibel in jedem Haushalt stehen sollte. In ihm sollen die großen und wichtigsten Dichter Deutschlands stehen. Zwei Bände können veröffentlich werden. Den Sommer 1920 hindurch ist er mit Übermüdung und Unlust geplagt und kränkt. Im September stellen sich dann noch starke Kopfschmerzen ein. Der Magen versagt völlig. Der Arzt ist verreist und vor Ort kann niemand helfen. Sein Bruder aus Ulm und seine Ehefrau eilen herbei. Sie fahren Cäsar mit dem Automobil in das Sanatorium Schloss Hornegg in Gundelsheim. Nach gründlicher Untersuchung findet man einen Abszess in der Lunge. Leider war die Größe zu weit fortgeschritten als das man es chirurgisch beheben könnte. So verstarb er schon nach sehr kurzer Krankheit am 16. Oktober 1920 im Schloss Horneck.

Text:Boris Eggers, 2003 ©

Bild:Deutsches Literaturarchiv Marbach